Unternehmenskultur & Menschen, 31. Juli 2025

„Niemand kann es, bevor man es nicht ausprobiert hat.“

Women in Leadership mit Astrid Simmlinger

Für Astrid Simmlinger, Head of Operations Life & Health Insurance bei ERGO Austria, heißt verantwortungsvolles Führen, bewusste Entscheidungen zu treffen. Denn eine Führungsposition sieht sie nicht als Belohnung an, sondern als wertvolle Aufgabe, die sie mit Leidenschaft erfüllt. 

Astrid stieg direkt nach ihrem Studium bei ERGO in Wien ein und hat seit mittlerweile 15 Jahren in diversen Funktionen sowohl in Deutschland als auch in Österreich gearbeitet. Ein entscheidender Wendepunkt in ihrer Laufbahn war die Übernahme der Assistenz des Vorstandsvorsitzenden der ERGO Group. „Ich habe mir den Luxus erlaubt, meine Stellen allein aufgrund der Führungskraft anzunehmen. Das hat sich für mich als Erfolgsrezept erwiesen.“ Denn so folgte ein interessanter Job auf den nächsten. Ihr wichtigstes Learning auf dieser Reise: „Ich bin selbst dafür verantwortlich, ob mir ein Job Spaß macht oder nicht. Wenn die Chemie mit der Führungskraft stimmt, kann man sehr viel erreichen.“

Vor fünf Jahren bekam Astrid dann die Möglichkeit, die Sparte „Krankenversicherung“ bei ERGO Österreich auf der grünen Wiese aufzubauen. Eigentlich eine Aufgabe, die alles vereinte, wovor die Bereichsleiterin damals noch zurückschreckte: In einem Fachbereich arbeiten und eine Führungsposition zu übernehmen. Doch sie entschied sich, diese Herausforderung anzunehmen: „Ich dachte vorher, dass die Arbeit im Fachbereich langweilig sei und habe mit mir gehadert, ob ich Menschen führen kann und mit einem fixen Team arbeiten möchte. Aber: niemand kann es, bevor man es nicht ausprobiert hat.“ Und so hat Astrid Simmlinger eine neue Sparte von der Ideenfindungsphase bis zum profitablen Wachstum aufgebaut. „Die Saat, die wir gesät haben, ist aufgegangen. Nun muss ich dafür sorgen, dass aus den kleinen Pflanzen wetterfeste, starke Eichen werden.“ Es treibt Astrid an, wenn ihre Arbeit einen Impact, sichtbare Erfolge hat. Und dazu noch Spaß macht. Immer weiter zu lernen und sich dabei weiterentwickeln ist für sie von großer Bedeutung.

Besonders stolz ist Astrid darauf, dass sie trotz ihrer anfänglichen Bedenken diese Führungsverantwortung übernommen hat. „Ich habe fünf Jahre nicht nur überstanden, sondern bin daran auch persönlich sehr gewachsen.“ Inzwischen sagt sie voller Überzeugung: „Mein Job erfüllt mich und mein Team ist alles für mich. Es gibt mir Kraft, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Aber das ist kein Selbstläufer, dazu gehören für Astrid Selbstreflexion und Selbstmanagement. „Nur wenn ich meine Fähigkeiten, meine Wirkung und meine Grenzen kenne, kann ich authentisch und ein Vorbild sein. Ich kann von anderen nicht verlangen, was ich selbst nicht zu geben bereit bin. Führung ist keine Belohnung, sondern eine Aufgabe.“

Wer ist Astrids eigenes Vorbild, wenn es um Führung geht? „Ich habe den Rat bekommen, mir meine optimale Führungskraft aus den besten Eigenschaften mir bekannter Personen zusammen zu bauen, also ein ‚FrankensteinModell‘. Ich frage mich bei Bedarf, wie bestimmte Personen in dieser Situation vorgehen würden.“ Sich selbst beschreibt sie als zielstrebig, selbstkritisch und rational denkend. Und kommunikativ, manchmal zu kommunikativ. „Auf mich passt das Sprichwort ‚Ich wusste, dass ich nichts sagen sollte, und hörte mich dennoch sprechen.‘“ Die Situation sofort zu klären, wenn sie übers Ziel hinausgeschossen ist, ist eine ihrer Stärken. Sich zu überlegen, was für ihre Gegenüber drin ist, wenn man sie für bestimmte Sachen gewinnen will, ebenfalls. „Auch wenn es keinen Vorteil für die andere Seite gibt, gewinne ich zumindest Vertrauen, wenn ich das offen anspreche.“

Mit intensiven Gesprächen mit Freunden und Familie und als ehrenamtliche Segellehrerin für Kinder hat Astrid Simmlinger ihren perfekten Ausgleich zum Beruf gefunden. Ihr Wunsch für die Zukunft – vor allem für nachfolgende Generationen - wäre: Dass das Thema Führung als Frau so selbstverständlich wird, dass es keiner eigenen Initiativen mehr bedarf. Weil Männer wie Frauen im Beruf und Privatleben in allen Lebensphasen gleichberechtigt mit anpacken dürfen und dafür eine optimale Infrastruktur zur Verfügung haben.

Women in Leadership bei ERGO

Website: https://www.ergo.com/women-in-leadership


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